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Indien

„Es war die beste Zeit meines Lebens“

Hedwig und Robert Samuel Stiftung

Amit Singh (28), Absolvent der Samuel Stiftung in Indien, war am 20. März 2019 im Zuge eines Business-Meetings zu Besuch am Stiftungshauptsitz in Düsseldorf. Wir haben mit Herrn Singh über seine Erfolgsgeschichte gesprochen.

Herr Singh, erzählen Sie uns von sich. Wo arbeiten Sie aktuell und was hat Sie nach Düsseldorf gebracht?

Ich habe im Jahr 2010 meine Ausbildung im Bereich Modedesign und Qualitätskontrolle bei der Samuel Stiftung abgeschlossen. Heute arbeite ich für Shahi Exports Pvt. Ltd in Neu Delhi als Technischer Manager für Bekleidung.

In Deutschland bin ich für ein Meeting mit Esprit, einem unserer Hauptkunden, für den wir viele Produkte herstellen. Das Modeunternehmen hat mich für eine Anprobe eingeladen, es ging um landesspezifische Maße. Ich finde, es war ein sehr erfolgreiches Treffen.

Das klingt sehr gut. Sind Sie gerade zum ersten Mal in Deutschland? Welcher Unterschied zu Indien ist Ihnen bisher am stärksten aufgefallen?

Ja, es ist meine erste Reise nach Deutschland. Ich bin schon einmal nach Frankreich und nach Hong Kong gereist, um mich mit anderen Kunden der Modebranchen zu treffen. Was mir hier direkt aufgefallen ist: Deutschland scheint ein umweltfreundliches Land zu sein. In Indien hingegen haben wir täglich mit der hohen Luftverschmutzung zu kämpfen.

Was mich hier in Deutschland aber besonders freut, ist es, das Team der Samuel Stiftung und den Hauptsitz in Düsseldorf persönlich kennenzulernen. Und wie ich hörte, bin ich der erste Absolvent aus Indien, der hier zu Besuch ist. Das ist auch etwas sehr Besonderes.

Gehen wir zurück ins Jahr 2009, als Sie erstmalig von der Samuel Stiftung hörten. Wie ist der erste Kontakt mit der Stiftung zustande gekommen und was hat Sie schließlich dazu gebracht, sich für ein Stipendium zu bewerben?

Meine Familie ist alles andere als reich. Ich hatte damals kaum Geld und bin auf den Markt gegangen, um einen Job zu finden, für den man keine Ausbildung brauchte. Die angebotenen Jobs waren alle sehr schlecht bezahlt. Ich wollte am liebsten in der Modebranche arbeiten und dafür braucht man eine abgeschlossene Ausbildung. Doch die kostet an den verschiedenen Einrichtungen eine Menge Geld. Mir kam der Zufall zu Hilfe: Bei einem Spaziergang im Park kam mein Freund Anil auf mich zu und erzählte mir von der Samuel Stiftung. Er selbst machte zu der Zeit die Ausbildung dort und erklärte mir, dass die Stiftung kostenlose Ausbildungsplätze anbietet. Also habe ich mir das angeschaut und dann meine Bewerbungsunterlagen eingereicht. Als Nächstes kamem der Eignungstest und ein Aufnahmeinterview. Und ich hatte Glück: Ich wurde genommen! Das war der Beginn einer wunderbaren Zeit.

Was hat Ihnen an der Ausbildung bei der Samuel Stiftung am meisten gefallen?

Die Ausbildung bei der Samuel Stiftung war sehr kompakt. Wir lernten in einem Jahr dasselbe, wofür man an anderen Einrichtungen ganze drei Jahre gebraucht hätte. Das hieß natürlich, dass wir einen sehr strengen Zeitplan und alle Hände voll zu tun hatten. Doch das war wahrscheinlich gerade gut für uns, denn nach dem Jahr waren wir bestens für die Arbeitswelt vorbereitet. Neha Tewari, die Leiterin des Samuel Stiftungsbüros in Indien, hat uns immer wieder daran erinnert, wie wichtig es ist, dass wir alles geben und uns als Menschen weiterentwickeln. Aus dem Grund würde ich rückblickend sagen: Trotz der vielen Arbeit, war meine Zeit dort die beste meines Lebens.

Wie hat sich Ihr Leben im Anschluss an die Ausbildung bei der Samuel Stiftung entwickelt?

Nach dem Abschluss wollte ich beim bestmöglichen Unternehmen, am liebsten im technischen Bereich, arbeiten. Ich habe dann schnell ein Jobangebot mit einem regulären Einstiegsgehalt erhalten und zugesagt. Nach nur zwei Wochen hat mir Shahi Exports, einer der großen Textilexporteure in Indien, ein besseres Gehalt angeboten, also bin ich dorthin gewechselt. 3,5 Jahre später bin ich zu einer Rechain Firma gegangen und nach nur anderthalb weiteren Jahren hat mich mein ehemaliger Chef von Shahi angerufen, weil er mich zurück an Bord haben wollte. Seitdem arbeite ich wieder bei Shahi, heute als Technischer Manager.

Wie fühlt es sich an, heute hier zu sein?

Ich bin sehr stolz darüber. Es geht mir nur dank der Samuel Stiftung heute so gut. Ohne die Stiftung wüsste ich nicht, wie mein Leben aussehen würde. Ich bin deswegen wirklich dankbar für die wertvolle Unterstützung, die ich damals durch die Samuel Stiftung in Indien erhalten habe. Erst vor Kurzem habe ich ein Haus gekauft und mit meinem aktuellen Gehalt kann ich meine zwei Kinder großziehen und auch meinen Eltern unter die Arme greifen. Für mich und meine Familie hat sich wirklich alles zum Positiven entwickelt.

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