Ausbildungsstruktur

Ziel unserer Arbeit ist es, den Jugendlichen Mittel und Möglichkeiten einer qualifizierten Ausbildung zu erschließen und ihnen so den Weg in ein selbst bestimmtes und menschenwürdiges Leben zu ebnen.
Das Kursangebot für die Stipendiaten besteht aus Tageskursen mit einer Dauer von maximal 21 Monaten. Daneben bieten wir Abendkurse für bereits Erwerbstätige an sowie Wochenendkurse für spezielle Fortbildungen. Die Ausbildungsgänge umfassen in der Regel eine Einführungsphase von ca. 2 Monaten, die eigentliche Fachausbildung von 6 bis 12 Monaten und eine Praktikumsphase von 2 bis 3 Monaten.

Die Einführungsphase stellt sicher, dass zu Beginn der eigentlichen Fachausbildung alle Kursteilnehmer auf demselben Wissensstand sind. Diese „Nivellierungsphase" ist notwendig, da unsere Auszubildenden zum Teil sehr unterschiedliche Bildungs- und Berufshintergründe mitbringen. Die anschließende Fachausbildung vermittelt alle notwendigen technischen, handwerklichen und theoretischen Kenntnisse, die für die qualifizierte Ausübung des angestrebten Berufes erforderlich sind. Im Anschluss daran sollen die Auszubildenden ihre Kenntnisse im Rahmen der Praktikumsphase unter realen Bedingungen erproben. Für 2 bis 3 Monate arbeiten die Jugendlichen in den Betrieben unserer Partnerunternehmen, lernen die üblichen Produktions- und Arbeitsprozesse kennen und haben die Gelegenheit, sich mit erfahrenen Arbeitern auszutauschen. Außerdem bringen wir durch diese Praktika Jugendliche und Arbeitgeber zusammen, was nicht selten in eine Festanstellung der Auszubildenden mündet.


Die heutigen Arbeitsmärkte mit ihren dynamischen Änderungen erfordern mehr als nur Fachwissen. Interdisziplinäres Denken wird immer wichtiger. Die neuen Medien halten auch im Handwerk Einzug. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist existenziell.
Daher beschränken wir uns bewusst nicht auf die Vermittlung von reinem Fachwissen. Im Fokus unserer Arbeit steht die ganzheitliche Ausbildung. So erhalten alle Auszubildenden Englischunterricht sowie die Vermittlung von Computerkenntnissen.
Wichtiger Bestandteil des Unterrichts ist außerdem die „Persönlichkeitsförderung". Unsere Jugendlichen kommen alle aus sozial schwachen Verhältnissen. Neben den finanziellen Entbehrungen sind viele der Jugendlichen mit erzieherischen, gesundheitlichen und sozialen Defiziten aufgewachsen, haben auf der Straße gelebt und Drogen genommen. Manche waren kriminell, andere sind Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden. Mithilfe des „Persönlichkeitstrainings" versuchen wir die Folgen dieser Vergangenheit aufzufangen und die Jugendlichen fit für die Zukunft zu machen.
Als Bestandteil des Persönlichkeitstrainings müssen unsere Auszubildenden zudem soziale Arbeiten leisten. Dies können Tätigkeiten auf dem Ausbildungsgelände selbst sein wie auch Hilfsleistungen der Stiftung an andere Einrichtungen. So renovieren unsere Jugendlichen unentgeltlich Kindergärten oder Schulen,
säubern öffentliche
Parks oder betreuen Kinder in einem Waisenhaus. Auf diese Art und Weise vermitteln wir den Auszubildenden ein soziales Verständnis. Gleichzeitig fangen wir so die Problematik auf, dass die Jugendlichen zu Hilfsempfängern degradiert werden. Denn auf diese Weise können und müssen sie etwas für ihre Ausbildung zurückgeben, was wiederum ihr Selbstwertgefühl stärkt.







